Bio und Regional liegen im Trend. Da bleibt es nicht aus, dass auf Lebensmitteln wie herkömmlicher Kuhmilch auf einmal besondere Attribute auftauchen und zum Kauf animieren sollen. Doch was bedeutet es, wenn es um Alpen-, Heu- oder Weidemilch geht?

Kommt die Milch aus der Region oder doch von weiter her? Bisher gibt es keine Kennzeichnungspflicht, die aussagt, wo das Lebensmittel erzeugt und gemolken wurde. Es obliegt jedem Hersteller, dies auf seiner Verpackung zu deklarieren. Und hier liegt der Hase im Pfeffer. Denn ob Weide-, Heu- oder Alpenmilch tatsächlich besser ist und anders schmeckt als zum Beispiel länger haltbare Frisch­milch, ist reine Geschmackssache. Oft ist die Verwirrung groß, denn woher wissen Verbraucher denn nun, was sich hinter den verschiedenen Bezeichnungen verbirgt?

Nicht jeder Begriff ist gesetzlich definiert

Wer Heumilch kauft, geht auf Nummer sicher, dass die Tiere überwiegend mit Heu gefüttert wurden. Diese Bezeichnung ist europaweit geregelt und geschützt. Anders sieht es da bei Alpenmilch aus: Hier handelt es sich um einen Werbenamen, der ein natürlich positives Image vermitteln soll. Hersteller sind hier in ihrer Entscheidung sehr frei, was sie unter Alpenmilch verstehen. Auch die Bezeichnung Weidemilch ist hierzulande nicht gesetzlich definiert und geregelt. Diskutiert wird dabei die Aufenthaltsdauer der Tiere auf der Weide. So leben viele Kühe den ganzen Sommer auf Weiden, andere lediglich einen Teil des Tages.

Echte Bio-Milch ist klar erkennbar an verschiedenen Bio-Siegeln wie Bioland, Naturland, Demeter, Biopark, Biokreis oder Bio nach EU-Ökoverordnung. Im Hinblick auf Nährwerte wie Fett, Eiweiß und Kohlenhydrate sind alle Sorten vergleichbar. Es bleibt also eine Frage des persönlichen Geschmacks.


Autorin:
Kirsten Metternich von Wolff
Diätassistentin DKL und DGE
Hildeboldstraße 5, 50226 Frechen-Königsdorf


Erschienen in: Diabetes-Journal, 2021; 70 (7) Seite 7